Krankheiten und Schädlinge an Pflanzen

Trotz intensiver Pflege können Pflanzen unter verschiedenen Krankheiten, die durch Vieren, Bakterien, Mykosen oder tierische Erreger ausgelöst werden, leiden.

Viren

Viren sind unbelebte Krankheitserreger ohne eigenen Stoffwechsel. Sie können durch Schnittwerkzeug wie zum Beispiel der Rosenschere, einer Säge oder einer Astschere übertragen. Auch Insekten oder vegetative Vermehrung sind Überträger von Vieren. Ist eine Pflanze von Viren befallen verändern die Viren die Erbinformationen der Pflanze wie die Form, Farbe, und Wuchsform. Gegen einen Virenbefall kann man nur vorbeugende Massnahmen treffen wie zum Beispiel eine Kulturhygiene, den Mutterpflanzentest oder die Vermehrung mit untersuchten Gewebekulturen.

Bakterien

Bakterien sind einzellige, meist Stäbchenförmige und oft begeisselte Tiere, Bakterien übertragen sich durch Wind und Wasser, Insekten und Vögel, kranke Pflanzenteile oder verseuchten Boden. Auswirkungen von Bakterien auf die Pflanze können sein krebsartige Geschwulste an Wurzel, Stängel und Trieben. Auch feuchte und schmierige Flecken an den Pflanzenteilen sind ein Anzeichen von einem Bakterienbefall. Als Massnahme gegen Bakterien kann eine Behandlung mit Kupferpräparaten und eine Behandlung mit heissem Wasser helfen. Als vorbeugende Massnahmen sollte man Schnittwerkzeuge immer sauber halten und in Gewächshäusern regelmässig auf eine optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit achten. Eine sofortige Behandlung und Vernichtung der infizierten Pflanzen ist erforderlich um eine Ausbreitung der Bakterien zu verhindern. Achtung, Feuerbrand ist eine Pflanzenkrankheit die durch das Bakterium "Erwinia amylovora" verursacht wird und ist Meldepflichtig. Vor allem Kernobstgewächse sind von ihr oft betroffen, die Krankheit breitet sich seuchenartig schnell aus es besteht jedoch keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen.

Mykosen

Mykosen sind verflechtete, farblose Fäden wie zum Beispiel Schleimpilze und Schlauchpilze. Diese werden durch Wind und Regen, durch befallene Pflanzenteile, Insekten, Arbeitsgeräte sowie Bodenbewegungen übertragen. Die Auswirkung von Mykosen können krummer Wuchs, Welkekrankheiten, Fäulnisbildung, Rostkrankheiten und Blattflecken sein. Diese können durch Fungizide, also chemische oder biologische Wirkstoffe, bekämpft werden. Als vorbeugende Massnahme kann man befallende Pflanzenteile entfernen, Saatgut beizen und Anzuchtsubstrate entseuchen.

Tierische Erreger

Tierische Erreger die der Pflanze Schaden zuführen können sind Geisseltierchen, Würmer (Nematoden), Weichtiere wie Schnecken, Gliederfüssler wie Spinnentierchen sowie Wirbeltiere wie Mäuse. Bei tierischen Erregern kann man Biotechnische- und Biologischemassnahmen aber auch chemische Mittel anwenden. Es gibt so verschiedene Pflanzenschutzmassnahmen wie eine physikalische Behandlung, hierzu gehören das Abflammen, eine Heisswassertherapie und eine Wärmebehandlung. Die biotechnischen Massnahmen können sein, optische Reize, Locksofffallen und die Biologischen zum Beispiel nützliche Insekten, Nistkästen. Zu den chemischen Massnahmen gehören die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln jeweils gegen Pilze (Fungizide), Unkräuter (Herbizide), Insekten (Insektizide), gegen Milben (Akarizide), Nager (Rodentizide) und gegen Schnecken (Molluskizid). Im Allgemein wirkende Massnahmen sind auch die richtige Pflege, Standortbeachtung, die Reinigung des verwendeten Werkzeugs.

Ausbringungsmethoden von Pflanzenschutzmitteln

Die Ausbringungsmethoden von Pflanzenschutzmitteln können sein, spritzen, sprühen, nebeln, giessen sowie das Ausbringen in trockener Form also streuen.

Achtung! Beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln muss man Arbeitsschutzkleidung tragen wie zum Beispiel eine Atemmaske, Vollkörperbekleidung, Gummihandschuhe und Gummistiefel. Bei stark wirkenden Mitteln ist ein zweite Person zu den Arbeiten hinzuzuziehen die bei einem Unfall unverzüglich erste Hilfe leisten kann.


 

Pflanzenkunde für Pflanzenfreunde